POSEIDON - das DaF-Lektorennetzwerk für Südeuropa

13.02.12, 20:31:59 by poseidon

Auch bei hoher See hält Poseidon Kurs. Und in Südeuropa schlagen gerade die Wellen sehr hoch!


Lektoren an Hochschulen in Italien, Spanien und Portugal verbindet vieles. Manchmal das Meer (Poseidon!), oft aber auch die Krise. Die so zahlreichen Schnittstellen zwischen Italien, Spanien und Portugal wurden uns vor allem bei gemeinsamen Gesprächen im Rahmen der im Sommer 2011 vom DAAD organisierten Veranstaltungen für Lektoren vor Augen geführt.


Im Sommer 2011 beschlossen somit einige Lektoren aus diesen drei Ländern ein gemeinsames Netzwerk aufzubauen. Dieses Netzwerk soll einen Überblick über unsere Arbeit geben, gemeinsame Projekte anstossen und neue Perspektiven für unsere Arbeit aufzeigen. Das Netzwerk richtet sich in erster Linie an die Lektoren, die in diesen Ländern arbeiten, es soll aber auch allen an unserer Tätigkeit interessierten Institutionen und Personen offen stehen.


In diesem Blog wird die Arbeit des Netzwerkes dokumentiert. Aber ein Blog lebt vor allem von der Beteiligung aller am Thema interessierten Personen. Ohne eure Fragen, Vorschläge und Kritiken bleibt der Blog leblos...und das wollen wir doch nicht!


Und was hat Poseidon damit zu tun? Wir sind zwar keine göttlichen Wesen, doch verbindet uns alle immerhin das Meer. Und der letzte Anstoss zu dem Netzwerk ging von einer Bootsfahrt im Rahmen der Feier des 10-jährigen Jubiläums des DAAD-Ortslektorenprogramms im September 2011 aus. Irgendwo zwischen Bingen und Bonn beschlossen einige Lektoren aus Portugal, Spanien/España und Italien das Netzwerk aufzubauen. Und auf welchem Schiff waren wir unterwegs? Auf der POSEIDON!
Zudem vereint Poseidon die Anfangsbuchstaben der darin vertretenen Länder: Portugal, Spanien/España und Italien.

Hier die Links zu den nationalen Lektorengruppen:
GLAUP (Portugal)
DEUTSCHLEKTOREN-ITALIEN

Auch in Asien gibt es schon seit einigen Jahren DaF-Vereinigungen:
JAPAN
SÜDKOREA
VRCHINA


Irgendwo zwischen Bingen und Bonn, die Geburtsstunde Poseidons:



Wir sind übrigens auch per Mail erreichbar: poseidondaf@hotmail.de

Und wer sind "wir"?
Christoph Ehlers (Sevilla), Christiane Lebsanft (Madrid), Andrea Birk (Bologna), Katrin Junge (Urbino), Johannes Kurzeder (Bologna), Birgit Schneider (Pisa), Bernd Speidel (Coimbra), Michael Laub (Vila Real).


In der Hoffnung, stets einen Weg zu finden!

Kurse aus der Krise

13.02.12, 20:31:43 by poseidon

In den letzten Monaten wird Südeuropa mit voller Wucht von einer Finanzkrise getroffen. Die schwierige wirtschaftliche Lage führt auch zu Kürzungen im Bildungsbereich, eine oft fehlende berufliche Perspektive hat dazu geführt, dass immer mehr Studenten daran denken auszuwandern. Und nicht wenige können sich eine langfristige berufliche Zukunft in den deutschsprachigen Ländern vorstellen.


2011 ist in Südeuropa die Arbeitslosigkeit weiter angestiegen. Vor allem jungen Menschen bietet der Arbeitsmarkt wenig Perspektiven. Laut Eurostat liegt in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit bei 45,7%, auch in Griechenland (38,5%), Italien (27,8%) und Portugal (26,5%) sind die Zahlen niederschmetternd.


Die deutschsprachigen Länder werden somit immer attraktiver für gut ausgebildete Südeuropäer, viele Italiener zieht es beispielsweise nach Berlin. Auf dem Blog "Italiani a Berlino" wird Italienern eine erste Orientierung gegeben um sich in Berlin zurechtfinden zu können.
ITALIANIABERLINO




Fraglos hat die Krise zu steigenden Deutschlernerzahlen in Italien, Spanien und Portugal geführt. Zu Beginn des Wintersemesters sind an den Hochschulen dieser Länder die Deutschlernerzahlen stark gestiegen.

"Kurse aus der Krise" - Deutschlektoren in Südeuropa werden mit dieser neuen Situation konfrontiert. Was bedeutet die Krise für unsere Arbeit? Welche Folgen haben die steigenden Lernerzahlen? Wie hat sich das Deutschland-Bild in den letzten Monaten verändert? Werden nun verstärkt Fachsprachenkurse angeboten?
Fragen über Fragen...und wir freuen uns über Antworten!

Inzwischen wird in den Medien häufig über die angespannte Lage in Südeuropa berichtet. Dieser Blog soll auch ein kleiner Pressespiegel mit Artikeln und Videos zum Thema sein:

Steigendes Interesse an Deutschland und Deutsch als Fremdsprache bei Erwachsenen: einige Antworten bietet der im Oktober 2011 in der ZEIT erschienene Artikel:
ZEIT-ARTIKEL

Von den "neuen Gastarbeitern" ist am 30.Oktober 2011 in der Welt die Rede:
WELT-ARTIKEL

Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 18.November 2011 über Spanier, die in Deutschland arbeiten wollen:
SZ-ARTIKEL

Auch der Deutschlandfunk widmet sich am 13.Oktober 2011 dem Thema:
DFUNK-ARTIKEL
Hier kann man den Beitrag hören:
DFUNK

Zurückhaltend auf Fachkräfte aus Südeuropa reagieren jedoch noch immer viele deutsche Firmen. Darüber berichtet die Financial Times Deutschland am 25.November 2011:
FINANCIALTIMES-ARTIKEL

Am 30.Januar 2011 erscheint in der EL PAIS ein Artikel mit der Überschrift "Vente a Alemania, ingeniero Pepe":
ELPAIS-ARTIKEL

In Spanien wandern immer mehr junge Menschen aus. Mehr dazu in einem Artikel der EL PAIS:
ELPAIS-ARTIKEL

Ein weiterer Artikel aus der EL PAIS vom 11.Dezember 2011 widmet sich dem Thema Auswanderung:
ELPAIS-ARTIKEL

Am 20.Februar 2012 berichtet der SPIEGEL-Online über junge Spanier, die in ihrer Heimat mangels Berufsperspektiven daran denken auszuwandern.
SPIEGEL

Immer mehr Südeuropäer, vor allem Griechen und Spanier, suchen in Deutschland eine berufliche Perspektive. Über diesen Trend berichtet SPIEGEL-Online am 22.Dezember 2011:
SPIEGEL

"Venham que há muitos empregos disponíveis" - die Stadt Schwäbisch Hall sucht aktiv nach Fachkräften aus Portugal. In der Online-Ausgabe der Zeitung Económico erscheint dazu am 6.Februar 2012 ein Interview mit dem Schwäbisch Haller Bürgermeister:
ECONOMICO

"Cidade alemã que procura portugueses já recebeu duas mil candidaturas" - am 7.Februar 2012 berichtet der Económico darüber, dass sich bereits viele Portugiesen in Schwäbisch Hall gemeldet haben um sich über Arbeitsmöglichkeiten in der Region zu informieren:
ECONOMICO

Am 17.Februar 2012 erscheint in der FAZ ein Artikel über die Lage in Portugal:
FAZ

Auch in der Gazeta do Povo aus Brasilien wird am 22.Dezember 2011 über die steigende Zahl an Zuwanderer aus Südeuropa berichtet:
GAZETADOPOVO

Übrigens wandern immer mehr junge Spanier und Portugiesen nach Brasilien aus, weil sie dort bessere berufliche Perspektiven sehen.


Das Schweizer Fernsehen (SF) berichtet am 12.Dezember 2011 über die schwierige wirtschaftliche Lage in Spanien und gut ausgebildete Spanier, die auswandern wollen:





ECO vom 12.12.2011





Über Weihnachten im Zeichen der Finanzkrise berichtet das ZDF am 23.Dezember 2011 aus Italien, Portugal und Griechenland:


Deutsch als Fachsprache - Jura in Coimbra

13.02.12, 20:12:05 by poseidon

Immer mehr Deutschlerner möchten den Fremdsprachenerwerb mit der Fachsprache ihres Studiengangs oder Berufs verbinden. So werden verstärkt Sprachkurse angeboten, die dem Rechnung tragen. Inzwischen gibt es Deutschkurse für Krankenpfleger, Ingenieure oder Politologen. In vielen Tourismus-Studiengängen werden Sprachkurse angeboten, die auf den Berufsalltag vorbereiten.
Gerade in Krisenzeiten, in denen viele junge Italiener, Spanier und Portugiesen berufliche Perspektiven in deutschsprachigen Ländern suchen, nimmt die Bedeutung des Fachsprachenunterrichts zu.
Das Thema Fachsprachenunterricht wird somit auch bei unserer Netzwerk-Arbeit breiten Raum einnehmen. Welche Fachsprachenkurse gibt es in Italien, Spanien und Portugal? Werden diese Kurse in Sprachenzentren angeboten oder sind das Kurse, die fest in Studiengängen verankert sind? Welche Lehrmaterialien gibt es? Viele Fragen, wir werden Antworten suchen.

Eine lange Tradition haben Deutschkurse für angehende Juristen an der Universität Coimbra. Das Poseidon-Mitglied Bernd Speidel (Universität Coimbra) unterrichtet dort seit vielen Jahren DaF-Fachsprachenkurse für Juristen. Hier folgt sein Beitrag zur Deutschen Rechtssprache in Coimbra.


Recht ist ist in erster Linie nationales Recht. Lehre und Studium der Rechtswissenschaft beziehen sich vor allem auf das eigene Recht, und die Adressaten von wissenschaftlichen Arbeiten sind vor allem nationale Leser. Während in anderen Wissenschaften die Internationalisierung der Forschung dazu geführt hat, dass das Englische andere europäische Sprachen verdrängt, trifft dies in der Rechtswissenschaft bestenfalls auf Teilbereiche zu. Wer sich über das Recht und den Diskussionsstand der Lehre eines anderssprachigen Landes eingehend informieren möchte, muss grundsätzlich diese andere Sprache sehr gut lesen können.

Hinzu kommt, dass angloamerikanische Rechtstraditionen sich von kontinentaleuropäischen zwar nicht grundsätzlich, so doch genügend stark unterscheiden, dass es auch heute noch üblich ist, von "Rechtsfamilien" zu sprechen. Innerhalb der kontinentaleuropäischen Rechtsfamilie kommt der deutschen Rechtswissenschaft eine traditionell herausragende Rolle zu. So mancher "Klassiker" der deutschen Rechtswissenschaft mag in romanische Sprachen übersetzt vorliegen. Wer jedoch aktuelle Diskussionen verfolgen möchte, kommt nicht umhin, auf deutsche Veröffentlichungen zurückzugreifen. Nicht nur von portugiesischsprachigen Forschern, auch von spanischen und italienischen Juristen hört man, wie wichtig die deutsche Lehre - und damit die deutsche Sprache - gerade für ihr Fachgebiet sei. Und viele Professoren überraschen mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen.

In Zeiten, in denen sich das Studium noch mehr an einem wissenschaftlichen Fachkanon ausrichtete, waren in Portugal Deutschkenntnisse, neben Latein, sogar Voraussetzung für das Jurastudium! Was vor 50 Jahren noch ganz selbstverständlich akzeptiert wurde, wirkt heutzutage angesichts eines Curriculums, das sich durch die juristische Berufspraxis rechtfertigen soll, eher schrullig. So befindet sich mancher Doktorand das erste Mal vor der Notwendigkeit, deutsche Texte lesen zu müssen, wenn er bereits in seinen Forschungsarbeiten fortgeschritten ist und erkennen muss: die etablierte Rechtswissenschaft hält nach wie vor die Information über den Diskussionsstand in Deutschland auf den verschiedensten Rechtsgebieten für unerlässlich, und ohne die Rezeption der deutschsprachigen Literatur des jeweiligen Fachgebietes verdient die Dissertation nicht ihren Namen.

Die zur Verfügung stehenden Deutschkurse setzen aber nicht bei der Lesefertigkeit an, sondern reproduzieren, so weit wie möglich, natürliche Sprachenlernprozesse. Hören und Sprechen stehen im Anfängerunterricht regelmäβig im Vordergrund. Der hoffnungsvolle Doktorand sieht seine Zeit in einem solchen Kurs dahinschwinden, denn er muss ja jetzt, sofort! seine Bibliographie zusammenstellen. Damit sind die Bedürfnisse unseres Zielpublikums umrissen.
Der erste Lesekurs für Rechtswissenschaftler an der Uni Coimbra fand 1990 statt und ging auf eine Initiative des damaligen DAAD-Lektors Hans-Werner Huneke zurück. Wir gingen davon aus, dass es möglich sein müsste, innerhalb weniger Monate so weit in der Lesefertigkeit von Texten des Fachgebietes zu kommen, dass der sinnvolle Einschluss deutschsprachiger Fachliteratur in die Forschungsarbeiten möglich wird. Die Methode arbeitet von Anfang an mit authentischen Fachtexten. Der Spezialist kann nämlich, bei gegebenem Kontext, den Inhalt relativ leicht (wieder)erkennen, denn die Organisation des Rechts und des juristischen Denkens mögen zwar von der Welt des Durchschittsbürgers entfernt liegen, aber sie gleichen sich international zum Teil bis in überraschende Einzelheiten hinein. So wird es möglich, sich von Anfang an auf eine Lesegrammatik zu konzentrieren, die thematisiert, was in normalen Deutschkursen kaum oder erst in einem weit fortgeschrittenem Stadium geübt wird - jene Strukturen eben, die gerade in wissenschaftlichen Fachtexten häufig sind, ansonsten aber eher selten gebraucht werden.
Zugegeben, mit Doktoranden der Rechtwissenschaft ist eine gewisse Vorauswahl getroffen, eine Elite, die - zumal meist hochmotiviert durch die "Todesangst" vor einer ohne deutsche Titel in der Bibliographie entwerteten Dissertation - dem Lehrer die Arbeit erleichtert. Und dennoch erstaunt es immer wieder und es ist eine Freude, wenn Lerner nach etwa fünf Monaten die Texte ihres Spezialgebietes mit befriediedigenden Ergebnissen zu lesen im Stande sind.
Wir haben die im ersten Kurs benutzen Materialien als Selbstlernlehrbuch herausgegeben. Von 1995 an gab es dann an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät fast jedes Jahr einen Sprachkurs "Alemão Jurídico". Seit 2007 wurde daraus ein Wahlfach im 4. Semester, eine sicherlich interessante Aufgabe, jedoch mit einem anderen Publikum, was verlangt, dass neben der Lesegrammatik auch andere Inhalte wie eine Einführung in die deutsche Kultur und das Rechtssystem Berücksichtigung finden. Nullanfänger wären dabei überfordert. Die traditionelle Arbeit mit Forschern läuft auf privater Ebene weiter, etwa im Rahmen des Sprachenzentrums an der Uni.

Kurse an einer Uni in Lissabon, 200 km von Coimbra entfernt, wurden von mir im B-Learning Modus organisiert. Alle zwei Wochen gab es Präsenzunterricht, dazwischen fand - in fortgeschrittenem Stadium auch mit individualisierten Inhalten - die Arbeit auf der Lernplattform Moodle statt. Es hat sich gezeigt, dass man bei diesem Publikum auf eine reiche Erfahrung der Arbeit mit Computer und Internet zurückgreifen kann, so dass die befremdende Lernumgebung relativ leicht akzeptiert wird und die Orientierung keine allzu groβen Reibungsverluste mit sich bringt. Die Vorteile, jeweils dann arbeiten zu können, wenn man Zeit dazu frei machen kann, wissen solche Lerner zu schätzen, die häufig verantwortungsvolle Positionen in der Lehre, in Anwaltsbüros oder in der Verwaltung einnehmen.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen arbeite ich gegenwärtig an einem E-Learningkus im Rahmen des EDUC-Programms (Link dazu: JURACOIMBRA ). Zielgruppe sind dabei besonders auch brasilianische Juristen. Sehr viele Brasilianer kommen für ihre Forschungen nach Coimbra, aber auch in Brasilien selbst wird die deutsche Lehre hoch gehalten und von so manchem Doktorvater vorausgesetzt.
Auch in anderen Universitäten Portugals gab oder gibt es Lesekurse für Juristen. An der Universiät Minho in Braga war eine vom DAAD entsendete Fachlektorin tätig, und auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wird "Alemão Jurídico" als Wahlpflichtfach angeboten. Freikurse gab es an der Universität Porto. In allen Fällen richteten sich Methode und Inhalte nicht ausschlieβlich an fortgeschrittenen Deutschlernern aus. Die Abkürzung zum Lesen von wissenschaftlichen Fachtexten ist ein gehbarer Weg - kein Königsweg, sondern ein aus der Not geborener. Aber "der Rest" der deutschen Sprache lässt sich parallel oder später immer noch aneignen. So werde ich, wenn ich sie nach Jahren wieder sehe, von ehemaligen Kursteilnehmern gelegentlich auf Deutsch angesprochen: das haben sie garantiert nicht bei mir gelernt. Aber vielleicht haben sie den Anstoβ dazu in "Alemão Jurídico" bekommen.

Jahrestreffen der Lektorinnen und Lektoren in Italien - Pisa 2011 -

14.01.12, 01:33:06 by poseidon

Vom 2. bis 4.Dezember 2011 fand in Pisa das Jahrestreffen der in Italien tätigen DaF-Lektoren statt.






Das Poseidon-Mitglied Andrea M.Birk (Bologna) hat zu dem Treffen folgenden Beitrag verfasst:

Trotz korrupter Politiker und einer völlig herunter gewirtschafteten Ökonomie ist Italien ein Land der Superlative. Jahrhunderte alte Kunst und Kultur zieht Touristen an, die Küche hat Weltruhm erlangt und das Made in Italy gilt nach wie vor als Garantie für edles Design und schlichte Eleganz.


Doch wer würde vermuten, dass gerade im universitären Bereich, in dem sich die viel beschworene wirtschaftliche Krise Südeuropas deutlich bemerkbar macht, eine bildungspolitisch wenig relevante Gruppe wie die der Fremdsprachenlektoren einem Superlativ dauerhafte Blüte verschafft hat?


Seit 10 Jahren findet in Italien alljährlich eine vom DAAD und vom Auswärtigen Amt finanzierte Jahrestagung der deutschen Lektorinnen und Lektoren statt. Im Wechsel richten die Kollegen unterschiedlicher Universitäten die Konferenz zu jeweils aktuellen Themen der DaF-Didaktik aus. Teils werden Gäste aus Deutschland oder Italien zu Vorträgen eingeladen, teils bieten Kollegen selbst Workshops an. Unabhängig von Themenstellung und Veranstaltungsort erfreut sich diese Tagung großer Beliebtheit. Die Lektoren erscheinen dort stets sehr zahlreich, aber auch Professoren lassen sich gerne zu Vorträgen einladen. Denn längst gilt die Tagung als eine Möglichkeit zu Begegnung, zu Diskussion und Austausch über didaktische Themen.


Im Jahr 2011 fand das Jahrestreffen in Pisa statt. Dort sprach Stephan Walter (Mainz) über das Thema "Stresstest, Pleite-Schock und Rettungshebel: Zur deutschen Sprache in Zeiten der Krise". Er befasste sich darin mit der sprachlichen Umsetzung des Wortes Krise, würzte seinen Vortrag mit interessanten und witzigen Beispielen und erläuterte, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort des Jahres wählt. In einem sehr klaren, gut strukturierten Vortrag mit den Titel "Wo spricht man eigentlich Sächsisch? Dialektsympathie und sprachgeographisches Wissen linguistischer Laien" stellte Albrecht Plewina (Mannheim) eine dialektologisch relevante Untersuchung zu den Wissensbeständen über Regionalsprachen vor. Schließlich informierte Hans-Ulrich Treichel (Leipzig) unter dem Titel Schreiben lehren - Schreiben lernen über die Arbeit am deutschen Literaturinstitut.


Auch bot das Programm drei Workshops: Silvia Fischer (Modena) arbeitete mit einer Gruppe von Kollegen zum Thema "Sprechhemmungen beim Präsentieren überwinden", Katrin Junge (Urbino) verriet wie man die die Informationsflut im Internet bewältigt und Andrea Birk (Bologna) stellte "Poseidon - Ein südeuropäisches Projekt" vor, im Rahmen dessen ein neues gemeinsames Netzwerk von Lektoren aus Italien, Spanien und Portugal entstehen soll. Ein erster Schritt in Richtung dieses Südeuropagedankens wurde auf der Tagung in Pisa bereits getan: Ein Gast aus Portugal, Michael Laub, Lektor in Vila Real, berichtete über den Deutschunterricht an den Universitäten auf der iberischen Halbinsel.


Italien, ein Land der Widersprüche. Denn im verborgenen Bereich einer akademisch nur wenig anerkannten Kategorie konnte mithilfe des DAAD und des Auswärtigen Amtes eine Tagung entstehen, deren Qualität sich am besten an der Begeisterung messen lässt, mit der sie alljährlich ausgerichtet wird. Inzwischen geht diese Tradition ins zwölfte Jahr.





Tagungen, Konferenzen, Fortbildungen und Mitteilungen

21.10.11, 22:13:14 by poseidon

Tagungen, Konferenzen und Fortbildungen zum Thema "DaF in Südeuropa" - hier erfährt ihr mehr!

24.2-5.3.2012 an der Universidade do Minho in Braga: XIII Jornadas de Cultura Alemã.
Mehr Informationen: CONGRESSOMINHO

1.-4.Dezember 2011 in Pisa: LektorInnentagung 2011 der DaF-Lektoren in Italien

Im Rahmen der Tagung in Pisa wurde das Poseidon-Projekt vorgestellt, dazu fand auch am 2.Dezember ein Workshop statt, der von Andrea Birk (Bologna) und Michael Laub (Vila Real/Portugal) geleitet wurde.

Das Informationszentrum Spanien des DAAD ist von Barcelona nach Madrid verlegt worden. Mehr Informationen:
INFOZENTRUMDAAD-ESP

13.-15.März 2012 in Mannheim: 48.Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache (IDS). Thema: "Das Deutsch der Migranten"

Kongressankündigung:: III Congreso Internacional de Docencia Universitaria (III CIDU 2013) in Vigo. Mehr Informationen:
IIICONGRESSOVIGO


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